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Ein Recycling-Center für Bülach, seit 2017 geplant von der Recycling-Paradies AG: Was einfach klingt, hat einen langen Vorlauf. Hinter der Anlage steht ein Familienunternehmen aus dem Aargau und ein Weg, der länger dauert als ursprünglich gedacht.
Mathias Spicher, Präsident Transition Bülach begrüsste die Gäste.
Der Verein Transition lud Ende März im HertiLabor im Rahmen seiner Generalversammlung zu einem öffentlichen Informationsabend über das geplante Recycling-Center in Bülach ein. Referentin war Sabine Frei, Geschäftsleitungsmitglied und Projektleiterin der Recycling-Paradies AG.
Die Firma Recycling-Paradies AG ist ein Familienunternehmen aus dem Aargau, das sich auf moderne Sammelstellen und die Wiederverwertung von Wertstoffen spezialisiert hat. Mit mehreren Standorten verfügt das Unternehmen über langjährige Erfahrung in diesem Bereich.
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Hier soll das Recycling-Center entstehen: Der geplante Standort beim roten Kreuz an der Feldstrasse in Bülach. (Googel Maps)
Der Weg zum Recycling-Center in Bülach begann bereits im Jahr 2017 mit ersten Kontakten zur Stadt. In dieser frühen Phase ging es darum, die Idee vorzustellen und die Möglichkeiten auszuloten. Es folgten Gespräche, erste Abklärungen und ein schrittweises Herantasten an die konkreten Rahmenbedingungen.
Beim geplanten Bau handelt es sich um ein privates Recycling-Center. Die Stadt Bülach übernimmt keine Investitionskosten. Die Kosten des laufenden Betriebes sollen über Einnahmen aus gebührenpflichtigen Abfällen sowie über Erlöse aus den gesammelten Wertstoffen getragen werden. Zukünftige Verhandlungen sind möglich. 2019 konnte ein geeignetes Grundstück an der Feldstrasse gesichert werden. In den darauffolgenden Jahren wurde das Projekt weiterentwickelt, geprüft und schliesslich ausgeschrieben. Anfang 2023 erhielt die Recycling-Paradies AG den Zuschlag.
«Der Weg war lang. Doch genau das hat das Projekt besser gemacht», sagt Sabine Frei.
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Mit dem Zuschlag war das Projekt noch lange nicht auf der Zielgeraden. Erst in der Detailplanung zeigte sich, wie komplex die Umsetzung tatsächlich ist.
Für die Zufahrt wurde ein kleines Stück Land benötigt, das mehreren Eigentümern gehörte. Die Lösung zog sich hin und führte zu Anpassungen in der gesamten Planung.
Auch die Verkehrsführung stellte hohe Anforderungen. Fussgänger und Velofahrer mussten sicher integriert werden, gleichzeitig sollte der Ablauf für Autos möglichst einfach bleiben. Entsprechend mussten die Zufahrt und Teile der bestehenden Infrastruktur neu geplant werden. Laut Präsentation wird mit Minutentakt gerechnet.
Herausforderungen
So sieht das Konzept in der Praxis aus: Der Standort Spreitenbach zeigt, wie das Recycling-Center mit direkter Zufahrt und kurzen Wegen funktioniert. Eröffnung war im 2019. (zvg)
Hinzu kamen zahlreiche neue Vorschriften und Auflagen. Während der Projektlaufzeit wurden Anforderungen im Bereich Umwelt, Energie und Sicherheit weiter verschärft oder Formulare die zwischenzeitlich wieder änderten. Für verschiedene Bereiche waren zusätzliche Gutachten notwendig, selbst für den kleineren Aufenthaltsraum braucht es Energiegutachten. «Man unterschätzt, wie aufwendig die vielen Vorschriften und neuen Normen sind», sagt Sabine Frei.
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Das geplante Recycling-Center setzt auf ein bewusst einfaches und benutzerfreundliches Konzept. Die Grundidee ist klar: hineinfahren, abladen, weiterfahren. «Selbst in High Heels und weissem Shirt soll man entsorgen können, ohne schmutzig zu werden», sagt Sabine Frei.
Die Besucher fahren mit dem Auto direkt in die Halle und können ihre Materialien in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug entsorgen. Die Wege sind kurz, in der Regel maximal rund 30 Meter, und die Abläufe übersichtlich. «Die Leute kommen, entsorgen und sind meist nach fünf bis acht Minuten wieder weg», erklärt Sabine Frei.
Ein zentrales Element sind Sammelboxen auf angenehmer Höhe. Dadurch können auch ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität ihre Abfälle problemlos entsorgen.
Betriebskonzept Recycling-Center
So ist das Recycling-Center in Bülach geplant: Die Visualisierung zeigt Lage, Zufahrt und Verkehrsführung. (zvg)
Für bestimmte Abfälle kommen Förderbänder mit integrierten Waagen zum Einsatz. Materialien werden direkt gewogen und weitertransportiert. Das sorgt für effiziente Abläufe und verhindert gleichzeitig, dass Abfälle nachträglich nicht mehr für Drittpersonen zugänglich sind und der Datenschutz sichergestellt ist.
Viele Materialien wie Glas, PET, Karton oder Metalle können kostenlos abgegeben werden. Für sperrige oder nicht verwertbare Abfälle fallen Gebühren an, die nach Gewicht berechnet werden. Gemäss Angaben der Projektleitung liegen diese in der Regel bei rund 0.50 Franken pro Kilogramm.
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Ein Pilotprojekt zur Wiederverwertung: Am Standort im Aargau werden alte Matratzen gesammelt und in ihre Bestandteile zerlegt. (zvg)
Nicht alles soll entsorgt oder recycliert werden. Bestimmte Gegenstände wie Velos, Koffer, Gehhilfen oder Kerzenwachsreste werden gezielt gesammelt und weitergegeben für humanitäre Projekte.
Geplant ist zudem eine Bücherecke zum Tauschen. Darüber hinaus ist man im Gespräch, gemeinsam mit einem Verein eine Bring- und Hol-Ecke oder – Tag aufzubauen. Auch Schulklassen sollen die Anlage besuchen können und Einblicke in die Abläufe erhalten.
Mehr als nur Entsorgen
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Im Anschluss an die Präsentation nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für Fragen.
Die Auswirkungen auf bestehende Sammelstellen in der Region wurden angesprochen. Ziel sei es jedoch, das bestehende Angebot zu ergänzen und nicht zu ersetzen, erklärte Sabine Frei.
Ein weiteres Thema war die Zukunft der Papier- und Zeitungssammlungen durch Vereine. Diese sollen weiterhin bestehen bleiben, auch wenn sich die Mengen durch das neue Angebot verändern könnten.
Zur Sprache kam auch die Kostenfrage. Viele Materialien können gratis abgegeben werden, während für sperrige oder nicht verwertbare Abfälle Gebühren anfallen.
Fragen aus dem Publikum
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Ein konkretes Eröffnungsdatum gibt es derzeit noch nicht. Der Spatenstich soll voraussichtlich bis Ende Juni erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt wird mit einer Bauzeit von rund einem Jahr gerechnet.
Sabine Frei zeigt sich optimistisch. Viele zentrale Punkte seien geklärt, auch wenn bei einem Projekt dieser Grösse immer noch Details offen bleiben.
Wie es weitergeht
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Sabine Frei, Mitglied der Geschäftsleitung und Projektleiterin der Recycling-Paradies AG stellt das geplante Recycling-Center in Bülach vor und beantwortet Fragen aus dem Publikum.
Mathias Spicher, Präsident Transition Bülach begrüsste die Gäste.
Hier soll das Recycling-Center entstehen: Der geplante Standort beim roten Kreuz an der Feldstrasse in Bülach. (Googel Maps)
So sieht das Konzept in der Praxis aus: Der Standort Spreitenbach zeigt, wie das Recycling-Center mit direkter Zufahrt und kurzen Wegen funktioniert. Eröffnung war im 2019. (zvg)
So ist das Recycling-Center in Bülach geplant: Die Visualisierung zeigt Lage, Zufahrt und Verkehrsführung. (zvg)
Ein Pilotprojekt zur Wiederverwertung: Am Standort im Aargau werden alte Matratzen gesammelt und in ihre Bestandteile zerlegt. (zvg)

