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Reportage

11.9.2025, Ruth Hafner Dackerman

Er interessierte sich bereits als Teenager für Politik

Stadtrat Markus Surber im Fokus

Stadtrat Markus Surber

Stadtrat Markus Surber

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In loser Folge werden die Stadträtinnen und Stadträte durch diese Redaktion porträtiert. Sie erzählen aus ihrem Arbeitsalltag und geben auch Persönliches preis. Markus Surber verrät, dass er ein Familienmensch und kein Vereinsmensch ist.

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Markus Surber: Seit dem Alter von 15 Jahren. Bereits 1993 nahm ich für die Jungfreisinnigen an der Eidgenössischen Jugendsession teil. Ich war immer schon ein Liberaler. Auch während den insgesamt 17 Jahren, welche ich im Ausland verbracht habe – von London über Hongkong und Seoul bis Singapur – hat mich die Politik stets interessiert.

Ruth Hafner Dackerman: Markus Surber, seit wann interessieren Sie sich für Politik?

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Ich bin in der Region verwurzelt. Meine Grosseltern besassen einen Bauernhof in Höri, wo ich auch aufwuchs. Nachdem ich 2017 vom Ausland wieder nach Bülach gezogen bin, wollte ich mich fürs Gemeinwohl engagieren. Mein Götti war damals Friedensrichter in Bülach. Er hat mich motiviert, mich als Listenfüller aufstellen zu lassen. Etwas überraschend wurde ich dann ins Parlament gewählt und wurde auch Mitglied der RPK. 2022 folgte dann der nächste Schritt mit der Kandidatur als Stadtrat. Es hat mich sehr gefreut, für dieses Ehrenamt gewählt worden zu sein.

Wieso engagieren Sie sich politisch?

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Eigentlich gut. Die Tätigkeit als Stadtrat beträgt ungefähr 50 bis 60 Prozent. Ich lege Wert darauf, viel Zeit mit meiner Tochter zu verbringen. Ich will sie aufwachsen sehen. Meine Frau und ich sind relativ spät Eltern geworden. Wir freuen uns, dass wir nach Abschluss erfolgreicher Karrieren jetzt genügend Zeit als Familie haben.

Wie bringen Sie Politik, Arbeit, Familie und Freizeit unter einen Hut?

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Es gibt eigentlich keinen typischen Arbeitstag. Im Schnitt nehme ich an vier Sitzungen pro Woche teil. Eineinhalb bis zwei Tage sind mit längeren Sitzungen belegt. Vieles kann ich im Homeoffice erledigen – Mailverkehr, Aktenstudium. Repräsentationspflichten halten sich im Rahmen. Ich darf sie wahrnehmen, und ich mache das auch gern.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Stadtrat aus?

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Anfangs war es der Wechsel vom Parlamentarier zum Stadtrat. Im Parlament kann man öfters einfach «herumpoltern». Im Stadtrat geht es um Sachpolitik. Konkrete Probleme müssen im Sinn der Bürger gelöst werden. Dazu kommt das Kollegialprinzip, das gleichzeitig auch eine Challenge darstellt. Jeder Stadtrat vertritt den Entscheid der Mehrheit und muss dann auch dahinterstehen. Ich wurde als FDP-Stadtrat gewählt. Weltanschauung und Grundeinstellung haben auch einen Einfluss. Dies ist per se ein Konflikt für jeden, welcher in eine Exekutivbehörde gewählt wird. Als Liberaler möchte ich dem Bürger grundsätzlich möglichst viele Freiheiten lassen. Der Staat sollte sich so wenig wie möglich einmischen.

Worin liegen die grössten Herausforderungen für Sie als Stadtrat?

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Ein sehr grosses Projekt ist der Schulraumausbau mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Franken. Auch die Erneuerung der Hirslen steht an und kostet sehr viel. Dazu kommt die Verkehrsinfrastruktur wie etwa die Passerelle beim Bahnhof oder der Busbahnhof. Unsere Schulden werden sich in den nächsten paar Jahren mehr als verdoppeln. Eine vernünftige Verschuldung und der Umgang damit ist für Bülach die grösste Herausforderung der kommenden Jahre.

Welche Projekte stehen momentan an?

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Genügend Ressourcen – zeitlich, gedanklich, familiär. Das Amt ist fordernd. Man ist oft abends und am Wochenende unterwegs. Wichtig sind eine rasche Auffassungsgabe, ein breites Allgemeinwissen und Interesse auch an den anderen Ressorts. Schliesslich werden Entscheide durch den Gesamt-Stadtrat getroffen. Ich wünschte mir, dass wir innerhalb des Stadtrates noch öfter zusammenkommen, um uns gegenseitig über alles zu informieren. Sehr wichtig ist es auch, zuhören und sich in den Bürger hineinfühlen zu können.

Welche Fähigkeiten muss man zwingend für ein solches Amt mitbringen?

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Ich bringe viel Fachwissen und Lebenserfahrung mit, bin kompromissbereit und kann zuhören. Mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Ich bin überlegt, analytisch denkend und vorausschauend. In neuen Teams bin ich anfangs eher zurückhaltend. Sobald ich die Menschen besser kenne, arbeite ich jedoch sehr offen und kooperativ mit ihnen zusammen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

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Ich bin ein Familienmensch, kein Vereinsmensch, und reise sehr gern. Meine Frau kommt aus Korea. Ich habe sie in Singapur kennengelernt. Soeben haben wir sechs Wochen Ferien in Korea gemacht. Unsere Tochter wächst dreisprachig auf – sie spricht koreanisch, englisch und deutsch. Ich verfolge gerne die Weltpolitik, mag Hörbücher. Kochen kann ich nicht, aber ich liebe die asiatische und italienische Küche. Ich fahre auch gerne mit meinem Mountainbike durch die Wälder von Bülach. Von diesem Sitzungszimmer im Stadthaus aus sehe ich direkt an meine Wohnung im Glasiquartier. Mir gefällt es dort sehr gut. Für ein so junges Quartier gibt es einen erstaunlich guten Zusammenhalt. Es gibt viele Kinder im Guss und Glasi, auch weil es zwei Kitas und viele Spielplätze gibt. Dies ist ideal für die zahlreichen Doppelverdiener, welche in Zürich keine Wohnung mehr finden. Schön wäre, wenn es noch mehr Restaurants und Geschäfte und somit Leben in diesem Quartier geben würde.

Verraten Sie uns zum Schluss einige persönliche Dinge aus Ihrem Leben?

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Foto Ruth Hafner Dackerman

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