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In loser Folge werden die Stadträtinnen und Stadträte durch diese Redaktion porträtiert. Sie erzählen aus ihrem Arbeitsalltag und geben zudem Persönliches preis. Rosa Pfister-Kempf verrät, dass sie schon immer von Sternen fasziniert war und gerne Kriminologie studiert hätte.
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Rosa Pfister-Kempf: Schon als Kind. Meine Eltern haben immer politisiert. Am Mittagstisch haben wir Nachrichten gehört und uns ausgetauscht. Meine Eltern und mein Grossvater waren bereits bei der SP. Ab der dritten Klasse habe ich mir schon Gedanken gemacht, was man innerhalb des Schulbetriebs ändern könnte.
Ruth Hafner Dackerman: Rosa Pfister-Kempf, seit wann interessieren Sie sich für Politik?
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Das Departement wurde mir zugewiesen. Ich habe Freude daran, mich für junge Menschen und Lehrpersonen einzusetzen, die mir etwas Positives zurückgeben können. Anfangs wurde ich ins kalte Wasser geworfen. Wie ist die Schule in Bülach überhaupt aufgestellt? Was könnte man auch noch anders machen? Es galt, viele Informationen zu verarbeiten. Bülach ist eine grosse Stadt, da läuft viel. Zudem verfügt die Schule mit insgesamt 2500 Schülerinnen und Schülern über das grösste Budget aller Departemente. Ich bin glücklich in diesem Ressort. Auch die Zusammenarbeit mit Marco Lobsiger, dem Leiter Bildung, verläuft sehr gut. Er bringt einen grossen Erfahrungsschatz mit.
Wieso engagieren Sie sich für schulische Belange?
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Ich bin immer schon aufgefallen in der Schule, war auch Klassensprecherin. Wir waren eine belesene Familie. Ich hatte eine gute Schulzeit, war auch eine gute Schülerin, wenn auch etwas aufmüpfig. Geschichte und Staatskunde haben mich besonders interessiert – alles, was mit Menschen zu tun hatte. Ungerechtigkeiten mochte ich nicht ausstehen.
Welche Erfahrungen bringen Sie aus Ihrer eigenen Schulzeit mit?
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Mein Amt nimmt 70 bis 80 Prozent Arbeitszeit in Anspruch. Meine beiden Töchter sind erwachsen, und mein Mann unterstützt mich. Deshalb habe ich genügend freie Kapazitäten.
Wie bringen Sie Politik, Familie und Freizeit unter einen Hut?
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Es stehen vor allem viele Sitzungen an, sei es an der Pädagogischen Hochschule oder beim Verband der Zürcher Schulpräsidien. Dazu kommen auch Workshops. Ich bin im Ausschuss Bau- und Infrastruktur (ABI), im Projektsteuerungsausschuss Neubau Allmend, Guss und Schülergartenweg und nehme an den regulären Stadtratsitzungen alle zwei Wochen sowie an Strategiesitzungen teil. Das Aktenstudium lässt sich im Homeoffice erledigen. Sehr wichtig sind zudem die Sitzungen als Präsidentin der Schulpflege sowie die Koordinationssitzungen mit der Schulpflege und den Schulleitungen. Die Repräsentationspflichten halten sich in meinem Ressort in Grenzen.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Schulpräsidentin und Stadträtin aus?
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Die grösste Herausforderung im Moment liegt im Modulbau Lindenhof. Durch einen Rekurs ist der Neubau immer noch blockiert. Das macht mich wirklich hässig. Schliesslich geht es um Schülerinnen und Schüler und die Steuerzahler. Wir müssen zwingend Schulraum zur Verfügung stellen. Ohne Rekurs wäre das ganze Projekt wesentlich billiger zu stehen gekommen. Nun leidet die Allgemeinheit darunter. Eine weitere Herausforderung stellt die rechtzeitige Fertigstellung der neuen Schulhäuser dar. In Bülach sind wir übrigens mit der schulergänzenden Betreuung wie dem Hort und dem Mittagstisch sehr weit. In Zürich würde diesem Modell bereits als Tagesschule durchgehen.
Worin liegen die grössten Herausforderungen in Ihrem Ressort?
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Ich kann gut koordinieren und zuhören. Zudem erkenne ich Probleme schnell. Ich arbeite speditiv und effizient, bin manchmal vielleicht ein wenig zu ungeduldig.
Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?
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Man muss Kinder gernhaben und schauen, dass es ihnen gut geht, genauso wie den Lehrpersonen. Diese sollen sich einbringen dürfen und sich bei Verbesserungsvorschlägen an die Schulleitung wenden. Jederzeit können sie bei grösseren Anliegen Kontakt mit mir aufnehmen. Ich bin eine Schulpräsidentin zum Anfassen.
Welche Fähigkeiten muss man zwingend für ein solches Amt mitbringen?
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Die Astrophysik interessiert mich brennend. Ich erinnere mich an einen Moment in meiner Kindheit, als ich mit meinen Eltern abends spazieren gegangen bin und in den Himmer geschaut habe. Der Blick in die Sterne hat mein Interesse geweckt. Später besuchte ich zu diesem Thema Vorlesungen an der ETH. Wäre ich nochmals jung, würde ich allerdings Kriminologie studieren. Während meiner früheren Berufstätigkeit hatte ich oft mit Straftätern zu tun. Ich führte Gespräche mit dem forensischen Psychiater Frank Urbaniok und habe dies immer spannend gefunden. Wie kann man Opfer schützen und ihnen Hilfe anbieten? Zudem gehe ich gerne in der Natur spazieren, lese viel und koche gern. Eine meiner Lieblingsspeisen sind Tomatenspaghetti.
Verraten Sie uns zum Schluss einige persönliche Dinge aus Ihrem Leben?
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Foto Ruth Hafner Dackerman
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Stadträtin Rosa Pfister-Kempf

