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Das Bülacher Stadtparlament bewilligte am Montagabend zwei Kunstrasenfelder im Erachfeld und mehr Platz für die Jugendarbeit. Richtig spannend wurde es dann beim Open Sunday: Die Rückweisung scheiterte mit 13 zu 14 Stimmen.
Ein Empfang, wie ihn das Stadtparlament selten erlebt: Die Junioren des FC Bülach stehen für neue Kunstrasenfelder Spalier. Mittendrin: Parlamentspräsidentin Patrizia Nötzli, die höchste Bülacherin.
Wer am Montagabend ins reformierte Kirchgemeindehaus wollte, musste zuerst durch ein Spalier. Dutzende Junioren des FC Bülach in roten Trikots säumten den Eingang, riefen lauthals «FC Bülach!» und klatschten, sobald ein Parlamentsmitglied oder ein Mitglied des Stadtrats durchging. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Einige schlichen sich seitlich hinein, andere liefen lachend durch die Gasse, und manche liessen sich richtig feiern und klatschten die Hände der Kinder ab.
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Auch drinnen war es voll wie selten. Die Stühle für das Publikum reichten nicht, einige mussten stehen. Viele Mitglieder des FC und der AFC Bülach Ravens waren gekommen, um die Abstimmung über den Kunstrasen mitzuverfolgen. Pünktlich um 19 Uhr eröffnete Parlamentspräsidentin Patrizia Nötzli (GLP) die Sitzung. Für Frauke Böni war es die erste Parlamentssitzung als Stadtpräsidentin.
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So sollen die beiden Kunstrasenfelder im Erachfeld aussehen: Sie schaffen Platz für Fussball und American Football und sollen ab Frühjahr 2028 die bisherigen Provisorien ersetzen. Visualisierung.
Der heisse, trockene Sommer beschäftigt auch das Parlament. Barbara Galeuchet (Grüne) begründete ihre Interpellation «Massnahmen bei zukünftigen Trockenperioden». Darin stellt sie dem Stadtrat acht Fragen, unter anderem zu den grössten Wasserverbrauchern, zu einem Frühwarnsystem, zu möglichen Einschränkungen wie dem Bewässerungsverbot und zur Nutzung von Regenwasser. Im Kern will sie wissen, ob Bülach einen abgestuften Plan für den Umgang mit Wasserknappheit hat.
Galeuchet anerkannte, dass die Stadt mit dem Schwammstadt-Prinzip bereits einiges tut und dass diesen Sommer immer genug Trinkwasser vorhanden war. Das Thema ist wichtig und werde inzwischen auch beim Bund diskutiert. Der Stadtrat hat drei Monate Zeit für seine Antwort.
Trockenheit: Hat Bülach einen Plan?
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Worum es ging:
Für 4.85 Millionen Franken sollen im Erachfeld zwei Kunstrasenfelder entstehen, eines für Fussball und eines für verschiedene Sportarten, etwa American Football. Sie sollen die Provisorien im Hinterbirch und in der Halden ersetzen, die ab 2028 wegfallen könnten. Das grosse Projekt «Sport und Erholung Erachfeld» ist wegen eines Rekurses blockiert. Statt eines Garderobengebäudes sind Sanitärcontainer vorgesehen. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2028 geplant.
Die Debatte:
Alle drei vorberatenden Kommissionen empfahlen das Geschäft einstimmig. Dominik Berner (SP) betonte, der Bedarf von FC und Ravens müsse endlich gedeckt werden. Daniel Petrovic (SVP) warnte, ohne Ersatz für die beiden Felder kollabiere der Betrieb. Den Verzicht auf ein Garderobengebäude für rund 500 000 Franken begrüsste er: «Ja zum Sport, Nein zur Steuergeldverschwendung.» Christoph Denzler (EVP) mahnte, man dürfe sich vom blockierten Sportpark nicht lähmen lassen.
Reto Zumstein (GLP) stellte Fragen zur Umweltverträglichkeit. Er kritisierte ebenso wie die Grünen, dass der Kredit knapp unter der Grenze für eine Volksabstimmung liege und deshalb nicht vors Volk komme.
Barbara Galeuchet (Grüne) hielt den Bedarf trotz ökologischer Bedenken für ausgewiesen. Auch Naturrasen brauche viel Dünger, Wasser und Pflege. Kunstrasen sei zudem länger nutzbar: laut Vorlage bis zu 1400 statt höchstens 900 Stunden pro Jahr. Ihre Fraktion halte ihn deshalb für die bessere Lösung. Wegen der fehlenden Volksabstimmung werde sich die Mehrheit der Grünen dennoch enthalten.
Abstimmung:
25 Ja, 2 Enthaltungen.
Kunstrasen: Klares Ja trotz ökologischer Bedenken
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Worum es ging:
Der Jugendtreff an der Feldstrasse ist zu klein für eine Stadt wie Bülach. Für zusätzliche Räume, vorzugsweise in Bülach Süd, sollen jährlich 90 000 Franken für Mieten bewilligt werden.
Die Debatte: Alle Fraktionen unterstützten die Vorlage. Einen kritischen Punkt brachte Lukas Affolter (FDP) ein: Mit dem Raum komme auch eine neue 100-Prozent-Stelle dazu. Die FDP kritisiere nicht den Jugendraum, sondern dass diese weiteren Kosten nicht transparent ausgewiesen würden.
Abstimmung:
25 Ja, 2 Enthaltungen.
Jugendtreff: Zustimmung mit Kritik an der Kostentransparenz
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Worum es ging:
Seit 2011 öffnen in Bülach im Winter sonntags Turnhallen für Primarschulkinder. Mitmachen ist gratis, ohne Anmeldung und ohne Verpflichtung. Bisher trugen der Verein Open Sports Bülach und die Stiftung IdéeSport das Angebot gemeinsam. Für den Verein wurde der Aufwand jedoch zu gross, deshalb soll IdéeSport das Angebot künftig allein führen. Dafür beantragte der Stadtrat jährlich 60 300 Franken, rund 22 000 Franken mehr als bisher. Die Stadt hatte auch geprüft, das Angebot selbst zu führen, diese Idee aber verworfen.
Die Debatte:
Die Kommission Bildung & Soziales stand einstimmig hinter dem Antrag. Daniela Rigoli (SP) verwies auf den grossen Wert des Angebots. Rund 20 Jugendliche und Erwachsene arbeiten als Coaches mit und lernen dabei Leitung und Inklusion. Und sie warnte: Werde das Geschäft abgelehnt, gebe es 2027 keinen Open Sunday mehr.
Die RPK beantragte dagegen die Rückweisung. Andreas Tassonyi rechnete vor, dass ein Besuch neu rund 57 Franken koste. Er fragte, ob es dafür wirklich eine Stiftung brauche, oder ob das Geld nicht an lokale Vereine gehen könnte. «Wir wollen nicht ablehnen, nur zurückweisen», betonte er. Es gehe nicht darum, dass es keinen Open Sunday mehr gebe. Alessandro Pecorelli (SVP) störte sich vor allem am Vorgehen: Ein Verein löse sich auf, und nun werde eine Stiftung bezahlt. Die Kosten pro Kind stiegen von 37.30 auf 56.70 Franken. Ums Geld gehe es ihm dabei gar nicht, es dürfte auch mehr sein, solange es an die Vereine gehe. Auch Dejan Dodos (FDP und Mitte) sprach sich für die Rückweisung aus. Man solle den Vereinen die Chance geben, sich einzubringen.
Stadtrat Mark Eberli hielt dagegen: Hunderte Kinder hätten das Angebot in 15 Jahren besucht, und auch andere Vereine kämpften darum, Freiwillige zu finden. Die Mehrkosten seien vertretbar. Das sah auch Nadia Nievergelt (EVP) so: Bülach habe tolle Vereine, aber auch diese kämen bei der Freiwilligenarbeit an ihre Grenzen. Jan Grant (SP) fragte zugespitzt, wer die Verantwortung übernehme, wenn das Angebot wegfalle, etwa die RPK?
Ein Ausweg skizzierte Christoph Meier (GLP): heute zustimmen und für den übernächsten Winter einen Vorstoss einreichen. So sei der kommende Winter gesichert, und der nächste könne in Ruhe geplant werden. Dominik Berner (SP) unterstützte ihn: «Jetzt dürfen wir das nicht beerdigen.» Eberli stellte klar, dass der Stadtrat die Leistungsvereinbarung halbjährlich kündigen könne und dass der Winter 2026/27 gesichert sei.
Abstimmung:
Der Rückweisungsantrag der RPK scheiterte denkbar knapp mit 13 Ja zu 14 Nein. In der Schlussabstimmung genehmigte das Parlament die 60 300 Franken mit 16 Ja, 5 Nein und 6 Enthaltungen.
Open Sunday: Eine Stimme entscheidet
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Die Kreditabrechnung für zusätzliche Schülergeräte im Informatikunterricht genehmigte das Parlament einstimmig mit 27 Stimmen. Sie schliesst mit 341 025.10 Franken und liegt knapp 4000 Franken unter dem bewilligten Kredit.
In der Fragerunde wollte Jan Grant (SP) wissen, warum der Verkehr vor dem Rathaus bei Kulturveranstaltungen nicht zeitweise gesperrt wird. Stadtpräsidentin Frauke Böni verwies auf frühere Reklamationen. In der Bewilligung sei festgehalten, dass der Verkehr nicht behindert werden dürfe.
Kurz und klar
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Um genau 22 Uhr schloss Parlamentspräsidentin Patrizia Nötzli die Sitzung. Das Stadtparlament tagt das nächste Mal am Montag, 2. November, um 19 Uhr.
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Lautstarker Empfang: Stadtrat Daniel Ammann, Vorsteher des Ressorts Bevölkerung und Sicherheit, freut sich über die Begrüssung durch die Junioren des FC Bülach.
Ein Empfang, wie ihn das Stadtparlament selten erlebt: Die Junioren des FC Bülach stehen für neue Kunstrasenfelder Spalier. Mittendrin: Parlamentspräsidentin Patrizia Nötzli, die höchste Bülacherin.
So sollen die beiden Kunstrasenfelder im Erachfeld aussehen: Sie schaffen Platz für Fussball und American Football und sollen ab Frühjahr 2028 die bisherigen Provisorien ersetzen. Visualisierung.



